Grundbegriffe der Optimierung
Grundbegriffe der Optimierung
Die Optimierung beschäftigt sich mit der systematischen Suche nach einer Lösung, welche eine gegebene Zielfunktion unter bestimmten Randbedingungen bestmöglich erfüllt. In der Informatik, Mathematik und im Operations Research bildet sie die Grundlage zahlreicher Verfahren zur Entscheidungsunterstützung, Planung und Steuerung technischer sowie wirtschaftlicher Systeme.
Globales und lokales Optimum
Ein Optimum bezeichnet den besten erreichbaren Wert einer Zielfunktion innerhalb des zulässigen Lösungsraums.
Globales Optimum
Ein Punkt ist ein globales Minimum einer Zielfunktion , wenn gilt:
Dabei ist der gesamte zulässige Lösungsraum.
Analog liegt ein globales Maximum vor, wenn:
Das globale Optimum stellt somit die beste Lösung über den gesamten Suchraum dar.
Lokales Optimum
Ein Punkt ist ein lokales Minimum, wenn er innerhalb einer Umgebung minimal ist:
Ein lokales Optimum ist nur im direkten Umfeld optimal, nicht zwangsläufig jedoch global.
Bedeutung in der Praxis
Viele Optimierungsprobleme – insbesondere nichtlineare oder kombinatorische – besitzen mehrere lokale Optima. Die Herausforderung vieler Optimierungsverfahren besteht darin, das globale statt nur eines lokalen Optimums zu finden.
Umwandlung eines Maximierungsproblems in ein Minimierungsproblem und umgekehrt
Da viele Optimierungsalgorithmen nur für Minimierungsprobleme formuliert sind, werden Maximierungsprobleme häufig umgeformt.
Maximierung zu Minimierung
Ein Maximierungsproblem
kann umgeschrieben werden zu
Die Maximierung einer Funktion entspricht somit der Minimierung ihres negativen Wertes.
Minimierung zu Maximierung
Analog gilt:
entspricht
Vorteil
Durch diese Transformation können Algorithmen einheitlich für einen Problemtyp implementiert werden.
Notationen
In der Optimierung existieren standardisierte mathematische Notationen zur Beschreibung von Problemen.
Allgemeine Form eines Optimierungsproblems
mit:
- – Entscheidungsvariable bzw. Lösungsvektor
- – zulässiger Lösungsraum / Menge aller erlaubten Lösungen
- – Zielfunktion
Weitere häufige Schreibweisen
| Notation | Bedeutung |
|---|---|
| Liefert den Punkt, an dem das Minimum angenommen wird | |
| Liefert den Punkt, an dem das Maximum angenommen wird | |
| Minimaler Funktionswert | |
| Maximaler Funktionswert |
Supremum und Infimum
Nicht jede Funktion nimmt ihr Maximum oder Minimum tatsächlich an. Zur Beschreibung solcher Fälle werden die Begriffe Supremum und Infimum verwendet.
Supremum
Das Supremum einer Menge ist ihre kleinste obere Schranke.
Notation:
Das Supremum muss nicht selbst in der Menge enthalten sein.
Infimum
Das Infimum ist die größte untere Schranke einer Menge.
Notation:
Auch das Infimum muss nicht angenommen werden.
Beispiel
Für die offene Menge gilt bei :
- , aber kein Minimum vorhanden
- , aber kein Maximum vorhanden
Kontinuierliche, diskrete und kombinatorische Optimierung
Optimierungsprobleme lassen sich anhand ihres Lösungsraums klassifizieren.
Kontinuierliche Optimierung
Bei der kontinuierlichen Optimierung können Entscheidungsvariablen beliebige reelle Werte innerhalb eines Bereichs annehmen.
Beispiel:
Typische Anwendungsfälle:
- Parameteroptimierung
- Regelungstechnik
- Maschinelles Lernen
Diskrete Optimierung
Bei der diskreten Optimierung dürfen Variablen nur diskrete Werte annehmen, beispielsweise ganze Zahlen.
Beispiel:
Typische Anwendungsfälle:
- Produktionsplanung
- Ressourcenallokation
- Ganzzahlige lineare Optimierung
Kombinatorische Optimierung
Die kombinatorische Optimierung ist ein Spezialfall der diskreten Optimierung, bei dem aus einer endlichen Menge diskreter Kombinationen die beste ausgewählt wird.
Typische Probleme:
- Traveling Salesman Problem
- Rucksackproblem
- Graphfärbung
- Scheduling-Probleme
Vergleich
| Typ | Lösungsraum | Beispiel |
|---|---|---|
| Kontinuierlich | Reelle Zahlen | Parameteroptimierung |
| Diskret | Ganze Zahlen / diskrete Werte | Ganzzahlige Programmierung |
| Kombinatorisch | Endliche Kombinationen / Strukturen | TSP, Rucksackproblem |
Zusammenfassung
Die Grundbegriffe der Optimierung bilden das Fundament für das Verständnis moderner Optimierungsverfahren. Insbesondere die Unterscheidung zwischen lokalen und globalen Optima, die mathematische Notation von Optimierungsproblemen sowie die Klassifikation verschiedener Problemtypen sind essenziell für die Auswahl geeigneter Lösungsalgorithmen.